4.9 von 15 Bewertungen

Rheinländischer Christstollen mit Marzipan

Rheinländischer Christstollen mit Marzipan
Drucken Pinnen

Frisch aus dem Ofen, noch warm, mit einer dicken Butterschicht und einer ordentlichen Wolke Vanillinzucker drumherum: genau so mag ich meinen rheinländischen Christstollen mit Marzipan am liebsten. Das Besondere an diesem Rezept ist, dass er ohne Lagerzeit auskommt und trotzdem richtig saftig und aromatisch wird. Wer also erst jetzt am Wochenende ans Backen denkt, kann den Stollen über die Feiertage direkt genießen, ohne ihn vorher wochenlang ruhen zu lassen.

Mein Trick aus der Backstube ist die Frucht-Einlage aus Orangeat, Zitronat und Rosinen, die ich am Vortag in Rum einlege, dazu ein kleines Stück neutraler Teig, das später als Mantel über den ganzen Stollen kommt. So bleibt der Marzipan-Kern innen weich, die Krume saftig und die Oberfläche schön glatt für die dicke Butter-Zucker-Hülle. Hier kommt mein Rezept für den rheinländischen Christstollen mit Marzipan:

Rezeptvideo

Vorbereitung
24 Std. 5 min
Backzeit
35 min
Ruhezeit
n/a
Gesamt
24 Std. 40 min

Zutaten

Portionen
1

Fruchteinlage

  • 100 g
    Rosinen
  • 50 g
    Orangeat
  • 50 g
    Zitronat
  • 60 ml
    Rum

Vorteig

  • 130 g
    Mehl
  • 80 ml
    Milchwarm
  • 30 g
    Hefefrisch

Teig

  • 250 g
    Vorteig
  • 250 g
    Mehl
  • 170 g
    Butterweich
  • 40 g
    Zucker
  • 2 x
    Eigelb
  • 4 g
    Salz
  • Zesten einer Biozitrone
  • 2 TL
    Stollen Gewürz

Außerdem

  • 125 g
    Marzipan Rohmasse
  • 60 g
    Mandelnstifte, größtet
  • 150 g
    Butterflüssig
  • 100 g
    Zucker
  • 2 Päckchen
    Vanillinzucker

Schritte

  1. Am Tag vorher die Rosinen, Orangeat und Zitronat in Rum einlegen. Über Nacht ziehen lassen.

  2. Für den Vorteig Mehl, Milch & Hefe verkneten und mindestens 60 Minuten gehen lassen.

  3. Restliche Zutaten für den Teig zu geben und alles zu einer Masse verkneten.

  4. Vom neutralen Teig etwa eine Tennisball Große Menge abnehmen und abgedeckt reservieren.

  5. Den Rum abschütten und die eingelegten Früchte + Mandeln einkneten. Vorsichtig und kurz! Den Teig dann mindestens 60 Minuten abgedeckt gehen lassen.

  6. Den Teig auf eine bemehlte arbeitsfläche geben und rund wirken.

  7. Den reservierten, neutralen Teig mit etwas Mehl zu einem Oval ausrollen, sodass es als Mantel für den Stollen passt.

  8. Den großen Teig zu einem Stollen formen und mit der Marzipanrohmasse füllen. Den ausgerollten Mantel auflegen und andrücken. Mit einer Stollenhaube toppen.

  9. Erneut etwa 30 Minuten gehen lassen.

  10. In den vorgeheizten Ofen geben und bei 190°C Umluft/200°C OberUnterhitze für bis zu 50 Minuten.

  11. Nach dem backen die Haube entfernen und noch heiss mit flüssiger Butter bestreichen. Den Zucker andrücken und auskühlen lassen.

  12. Wer mag, beschneit ihn noch mit großzügig Puderzucker.

  13. Sofort genießbar.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Stollen und Christstollen?
Christstollen ist die weihnachtliche Variante des Stollens, traditionell mit Trockenfrüchten, Mandeln, Stollengewürz und einer dicken Butter-Zucker-Hülle. Stollen kann grundsätzlich auch außerhalb der Weihnachtszeit gebacken werden, etwa als Quarkstollen oder Mohnstollen. Mein rheinländischer Christstollen mit Marzipan gehört klar in die Adventszeit, das macht das Stollengewürz und die typische Frucht-Einlage in Rum.
Welche Zutaten gehören in einen klassischen rheinländischen Christstollen mit Marzipan?
In meinen rheinländischen Christstollen mit Marzipan kommen Mehl, Hefe, Milch, Butter, Zucker, Eigelb, Salz, Stollengewürz und Zitronenzesten in den Teig. Dazu die Frucht-Einlage aus Orangeat, Zitronat und Rosinen in Rum sowie gestiftete Mandeln. Den Marzipan-Kern bilde ich aus Marzipanrohmasse. Zum Schluss reibe ich den Stollen großzügig mit Butter ein und wälze ihn in Vanillinzucker und Puderzucker.
Muss ein Christstollen mit Marzipan lagern oder kann ich ihn sofort essen?
Mein Rezept ist genau so gebaut, dass ihr den Stollen direkt nach dem Backen anschneiden könnt. Durch die großzügige Butterung, die Frucht-Einlage in Rum und den Mantel aus extra Teig wird er sofort schön saftig. Wer ihn trotzdem ein paar Tage liegen lassen mag, kann das machen, im luftdicht verschlossenen Behälter wird das Aroma noch runder. Pflicht ist die Lagerzeit bei dieser Variante aber nicht.
Wofür ist die Stollenhaube gut und brauche ich sie unbedingt?
Die Stollenhaube setze ich beim letzten Gehen und beim Backen auf den Stollen, damit er seine Form behält. Ohne Haube läuft der Teig oft etwas auseinander und die typische Stollen-Optik geht verloren. Zwingend nötig ist sie nicht, ihr könnt auch ohne Haube backen. Ich finde aber, mit Haube sieht der rheinländische Christstollen mit Marzipan einfach hübscher aus und die Krume bleibt schön gleichmäßig.
Warum lege ich Orangeat, Zitronat und Rosinen über Nacht in Rum ein?
Die Frucht-Einlage muss richtig durchziehen, damit sie im Stollen nicht trocken wirkt. Wenn ich Orangeat, Zitronat und Rosinen über Nacht in Rum einlege, saugen die Rosinen die Flüssigkeit auf und werden prall, der Rum verteilt das Aroma in der ganzen Mischung. Ein paar Stunden reichen leider nicht, das merkt man später beim Anschnitt. Ich plane den Schritt deswegen immer einen Tag vorher fest mit ein.
Wie viel Butter und Zucker kommen nach dem Backen auf den Stollen?
Hier bin ich wirklich großzügig. Ich pinsele den heißen Stollen so lange mit weicher Butter ein, bis die ganze Oberfläche gut gesättigt ist, das können auch mal 100 Gramm und mehr werden. Direkt danach wälze ich ihn in Vanillinzucker, bei mir richtig dick, weil ich diese Zuckerkruste mag. Nach dem vollständigen Auskühlen kommt eine schöne Schicht Puderzucker drüber. Diese Hülle macht den Stollen haltbar und sorgt für den klassischen Geschmack.

Kommentare

Hinterlasse deinen Kommentar